In zwei aktuellen Aufsätzen werden in der renommierten Fachzeitschrift bwp@ innovative Entwicklungsvorhaben des btg dargestellt und reflektiert.
Tradition der Entwicklungsprojekte
Seit über einer Dekade führt das btg große unterrichtliche Entwicklungsvorhaben durch. So zählte das btg zu den Modellversuchsschulen für die Schulversuche ‚Berufliches Gymnasium für Ingenieurwissenschaften‘ und ‚Fachhochschulreife & Ingenieurtechnik‘, die mittlerweile ins Regelsystem übergegangen sind. Auch als ‚Talentschule‘, als ‚Europaschule‘ oder als ‚Verbraucherschule‘ gestaltet das btg innovative berufliche Bildung.
In den letzten beiden Ausgaben des Fachjournals bwp@ wurden zwei weitere Entwicklungsvorhaben aus dem btg vorgestellt. Die bwp@ zählt seit fast 25 Jahren zu den renommiertesten Publikationen der Berufs- und Wirtschaftspädagogik und veröffentlicht Beiträge erst nach einem doppelt verdeckten Begutachtungsprozess.
H₂VocationalLab
Im ersten Beitrag aus dem Juni 2025 wird unter dem Titel „Weiterbildung (bereits) in der Erstausbildung – Einblicke in das Entwicklungsprojekt H₂VocationalLab“ die Einführung des neuen Bildungsgangs ‚Mechatroniker/in mit Differenzierungsschwerpunkt Wasserstoff‘ in den Blick genommen.
Abstract: Die Einführung der Wasserstofftechnologie – einem strategischen Ziel in der Bundesrepublik Deutschland und im besonderen Maße in Nordrhein-Westfalen – erfordert adäquat qualifizierte Fachkräfte. Am btg wurde hierfür der Bildungsgang mit einem grundsätzlich neuen Schwerpunkt „Mechatroniker/in mit Differenzierungsschwerpunkt Wasserstoff“ entwickelt und wird seit Mitte 2024 implementiert. Ziel ist es, qualifikatorische Lücken frühzeitig zu schließen und so auch Weiterbildungsformate effizienter zu gestalten.
Das dafür relevante schulische Entwicklungsvorhaben H₂VocationalLab entstand in Kooperation mit Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen. Es verbindet die Einrichtung eines Lernlabors mit der prototypischen Erprobung und agilen Entwicklung innovativer Inhalte.
Der Beitrag reflektiert die Konzeption, Umsetzung und Kommunikation des Vorhabens, das als Modell für die Kompetenzvermittlung im Bereich Wasserstofftechnologie dienen kann. Besonders betont wird die Bedeutung von Vernetzung und regionaler Kooperation im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie.
Systemische Sprachförderung
Der zweite Beitrag aus der aktuellen Dezember-Ausgabe beleuchtet die „Systemische Sprachförderung zur Entwicklung individueller Lernwege in der beruflichen Bildung – Ein Entwicklungsvorhaben zur nachhaltigen Implementation von Kompetenzrastern im Berufskolleg für Technik und Gestaltung der Stadt Gelsenkirchen“.
Abstract: Kompetenzraster fördern in der beruflichen Bildung Lernprozesse, Zieltransparenz und Selbststeuerung, wenn sie adäquat an die sprachlichen und inhaltlichen Bedürfnisse der Lernenden angepasst sind. Ausgehend von einer formativen Evaluation am btg werden solche Raster als prozessbegleitende Instrumente konzipiert, die sprachliche Handlungen explizit machen und Feedbackkultur systematisch verankern.
In zwei Pilotsettings aus dem Bereich der dualen Fachklassen und der Internationalen Förderklasse zeigen sich Effekte auf Transparenz, Selbsteinschätzung und Motivation; zugleich werden Gestaltungsrisiken identifiziert. Das Design folgt Prinzipien der Sprachsensibilität, triangulierten Einstufungen und einer klaren Trennung von Lern- und Bewertungssituationen; Innovationen umfassen vertonte und adaptive, niveaudifferenzierte Raster sowie arbeitsökonomische Vorlagen. Der Beitrag spricht sich für didaktisch reduzierte, kontextspezifische Raster, die kontinuierlich evaluiert und mit individuellen Coachings verknüpft werden, aus.
Beiträge als Open Content
Wie für die bwp@ konstituierend, stehen beide Beiträge als Open Content / Open Access zur Verfügung. Viel Vergnügen bei der Lektüre.
